Nairobi
Nachdem der Samstag für uns nicht
nur aus zeitlichen Gründen, sondern auch sonst sprichwörtlich ins Wasser
gefallen ist und wir daher nicht zu unserem Besuch im “Hell’s Gate NP“ gekommen
sind, haben wir uns Ostersonntag Morgen auf den Weg nach Nairobi gemacht; die
Fahrtdauer vom nordwestlich entfernten Limuru beträgt per Taxi eine knappe
Stunde. Nairobi ist nicht nur die Hauptstadt Kenias, sondern auch die “Haupt“-stadt
ganz Ostafrikas.
Also... Ostersonntag und
Ostermontag haben wir komplett in der Hauptstadt verbracht, inklusive einer
Übernachtung in einem Billig-Hotel im CBD (Central Business District). Das
Doppelzimmer für umgerechnet 20 Kröten hatte alles, was man braucht (eine Hand
reicht allerdings nicht aus, um die ganzen “Iiiiiiiiiih“s von Astrid zu
zählen). :-)
Als Polizeibeamter bin ich 2011
der IPA (International Police Association) beigetreten. Vor meiner Abreise habe
ich die IPA Kenya über meinen Aufenthalt informiert, worauf sich der in Nairobi
stationierte Vorsitzende der IPA Kenya, Shuaib A., bei mir per E-Mail gemeldet
hat. Mit ihm haben Astrid und ich uns am Sonntag Mittag auf einen Kaffee
getroffen. Servo per Amikeko!
Astrid trat als langjähriges
Karate-As und Inhaberin des II. Dan (II. Schwarzer Gürtel) vor ihrer Abreise in
Kontakt mit einem kenianischen Karate-Trainer, der in Nairobi eine
Karate-Gruppe trainiert. Mit ihm, James, haben wir uns am frühen Sonntag Nachmittag
in dem etwas nördlich vom CBD gelegenen “Parklands Sportsclub“ getroffen. Astrid
hat sich über das schon angekündigte Angebot, mittrainieren zu können, sehr
gefreut - doch eh sie sich versah, stand sie vor der Gruppe und “musste“
spontan das Training übernehmen. Das war für Astrid unbeschreiblich, und für
mich genau so. Es war wirklich beeindruckend, sie so zu sehen - als einzige
Frau, als einzige Weisse, vor der Gruppe Braun- und Schwarz-Gurte. Und man
merkte den Einheimischen deutlich an, dass es etwas besonderes für sie war, von
Astrid trainiert zu werden. Karate hat den Ursprung in Japan und hat sich schon
lange auf der ganzen Welt etabliert. Man kann die Karatekas, also alle, die
Karate trainieren, als eine große internationale Familie zusammenfassen. Das
hat dieses tolle Treffen gezeigt - hier wurden Freundschaften geschlossen.
Abends gings nach dem Abendessen
für Astrid und mich noch für ein paar kühle “Tusker“ in die Open-Air-Bar “Simmers“,
ebenfalls mitten im CBD und erstaunlicherweise direkt gegenüber von meinem
zukünftigen “Sixeighty Hotel“, in welchem ich in meiner letzten Urlaubswoche
unterkommen werde (also in ca. 2,5 Wochen).
Anschließend war es soweit: soooo sehr habe ich mich auf das “Kenyatta International Conference Centre“
gefreut - das Wahrzeichen von Nairobi; ebenfalls mitten im CBD gelegen. Zu
unserer Freude konnten wir es nicht nur von außen bzw. unten besichtigen, nein,
wir konnten auch rein und rauf! Ein wirklich unfassbarer Blick über ganz
Nairobi bot sich uns, als wir die oberste Ebene in luftiger Höhe betraten. Ich
hoffe, man sieht auf dem Foto nicht, dass ich einen mittelgroßen Köttel in der
Hose trage...
Finale in der Mukeu School
Dienstag und Mittwoch
(10./11.04.2012) waren unsere letzten beiden (richtigen) Tage in der Mukeu
School, da ja nun wie bereits erwähnt die Ferienzeit in Kenia beginnt und die
Kinder daher Mittwoch von deren Eltern (bzw. Familien) abgeholt wurden.
Nach der “Spendenaktion“ kamen die Kids der Mukeu School noch in den Genuss des prinzlichen “Kengeleeds“ von eurer Hoheit, Brudervater Prinz Alfred III. und seinem Zerm Gregor. Der Tanz hat gut geklappt, die Kinder hatten Spaß. Anschließend wurden noch ein paar Fotos von Großfamilie Wings + Freunden gezeigt.
Die Kinder waren heute aber auch
sehr froh darüber, dass sie von ihren Eltern/Familien abgeholt werden.
Irgendwie ist das Ganze mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Aber darüber zu
philosophieren, würde jetzt an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Nur das hier:
Es heißt, wie schon im vergangenen Blogeintrag beschrieben, dass (geistige)
Behinderungen in Kenia ein Tabuthema sind, dass die Gesellschaft und v.a. die
Eltern nicht wissen, mit diesen Kindern umzugehen, dass es vorgekommen ist,
dass Eltern ihr Kinder eingesperrt oder gefesselt haben. Das im Hinterkopf gibt
einen bitteren Beigeschmack bei der ganzen “Wiedersehensfreude“ am heutigen
Tag. Die Kinder tun niemandem etwas Schlechtes und sind sehr liebesbedürftig.
Auch wenn sich die Mukeu School bis heute Schritt für Schritt zum Positiven entwickelt
hat, ist hier noch viel zu tun, um den Kindern die tagtägliche Unterkunft zu
geben, die für sie lebenswert und v.a. würdevoll ist. Ich hoffe, dass dies
weiterhin, Schritt für Schritt, geschieht. Und ich hoffe, dass die Eltern und
die Gemeinschaften in Zukunft so gut mit ihren behinderten Kindern umgehen, wie
sie es verdienen. Lebenswert und würdevoll. Aber, um das Ganze an dieser Stelle
abzuschließen, es war für Astrid und mich heute wirklich toll, die Freude in
den Gesichtern der Kinder zu sehen.
Fakt ist, dass der erste Tag an
dieser Schule für uns beide ein tierischer Schlag ins Gesicht war; wir waren
beide echt fertig. Fakt ist, dass uns die Kinder mittlerweile sehr ans Herz
gewachsen sind - Fakt ist, dass wir sie sehr vermissen werden. Nach der
Verabschiedung von den Kindern am späten Mittag wurden wir auch mit ein paar
tollen Worten und einem Dankesbrief von der Leiterin Margaret verabschiedet.
Sonstiges
Meinen Kumpels wünsche ich einen schönen 10./11.04.! Krass, schon 9 Jahre! Wir holen das nach, Jungs - wie immer! :-)
Andi
Hallo lieber Andi, die Berichte die Du uns allen mitteilst sind enorm. Unser einer kann sich so manchen Zustand nicht vorstellen was Ihr dort vor findet.Das wird eine unvergessene Zeit für Euch sein
AntwortenLöschenHallo liebe Asti,die Photos sind ja Klasse, das Karatebild ist natürlich ober Klasse. Ich hoffe Du hast sie auch richtig ran genommen(ha ha ha).
Wir schicken Euch viel liebe Küsschen
und verbringt noch schöne Tage miteinander:))))).
Viele Drückerchen
Rainer & Gisela